1996 gründete er gemeinsam mit dem Hornisten Markus Rindt die Dresdner Sinfoniker. Das Orchester spezialisierte sich auf neue, sinfonische Musik in außergewöhnlichen Inszenierungen und war das erste europäische Sinfonieorchester für ausschließlich zeitgenössische Musik. 2007 verließ er das Orchester, um sich verstärkt der eigenen musikalischen Arbeit zu widmen. Es entstanden Orchesterstücke, Chormusik und Kompositionen für elektronische Musik. 2013 erschien sein Debüt Pocket Symphonies beim Label Deutsche Grammophon.
Seit 2016 spielt Sven Helbig live mit seinem Forrklang Quartett. Die Besetzung des Ensembles passt er seinen aktuellen Programmen an.
2017 tourte er mit dem Chorwerk I Eat the Sun and Drink the Rain durch Europa, Nord- und Südamerika. Die Inszenierung für Chor, Electronics und Visuals gastierte u. a. im Barbican Centre (London), in der Elbphilharmonie (Hamburg), dem Alexandrinsky Theater (Sankt Petersburg), am BANFF Centre for Arts and Creativity (Canada), in der Reina Sofia Hall (Madrid) und im Bolschoi-Theater (Minsk).
Helbig arbeitet zudem als Regisseur. Unter seiner Regie entstanden Musikvideos, Bühnenshows und theatralische Multimedia-Ereignisse. So inszenierte er z. B. die Hochhaussinfonie zur 800-Jahr-Feier Dresdens, bei der die Musiker des Orchesters einzeln auf den Balkonen eines DDR-Plattenbaus in der 1989 zu historischer Bedeutung gelangten Prager Straße saßen.[3]
2011 komponierte und inszenierte er im Auftrag des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentages das Chorwerk Da wird auch dein Herz sein. Die Inszenierung aus 150.000 Kerzen, 20.000 Schwimmkerzen erlebten ca. 200.000 Besucher.
Seit 2017 moderiert er auf Radio Eins die Sendereihe Schöne Töne, in der er moderne, grenzüberschreitende Musik vorstellt.[4]
2022 erschien sein Konzeptalbum Skills.
Das von ihm geschaffene Cover-Artwork im Stil der Vanitasmalerei des 17. Jahrhunderts für das Album Skills wurde in einer gemeinsamen Ausstellung mit Gerhard Richter, Tony Cragg und William Kentridge gezeigt.[5]
2013: Wagner-reloaded, 200. Geburtstag von Richard Wagner mit Apocalyptica und Orchester, Uraufführung in der Arena Leipzig, Juli 2013, Regie: Gregor Seyffert, (Orchesterarrangements)
2014: A Man from the Future, Werk für Chor, Orchester, Electronics und Sprecher über das Leben Alan Turings von den Pet Shop Boys, Uraufführung bei den BBC Proms in der Royal Albert Hall, London (Chor- und Orchesterarrangements)
2016: I Eat the Sun and Drink the Rain, Werk für Chor und Live Electronics, Uraufführung Mai 2016 im Radialsystem V in Berlin
2025: Requiem A, zum Gedenktag des 80sten Jahrestages der Zerstörung Dresdens am 13.02.1945, Uraufführung Kreuzkirche Dresden durch den Dresdner Kreuzchor und die Sächsische Staatskapelle, Dirigent Kreuzkantor Martin Lehmann, Solo Bass Rene Pape, Sopran Joel Necker.
Auszeichnungen
2004: ECHO Klassik in der Kategorie Beste Weltersteinspielung für Mein Herz brennt an Torsten Rasch
2010: ECHO Klassik in der Kategorie Klassik ohne Grenzen für Popsongs an Fauré Quartett
2019: Goldenes Bühnenkreuz des Kulturministeriums Litauens[9]
2022: Kunstpreis der Landeshauptstadt Dresden. Begründung der Jury: „Sven Helbig ist mit seiner Strahlkraft und seinem Innovationsdrang nicht nur für die kulturelle Landschaft in Deutschland prägend. International unterwegs, wandelt er zwischen den Genres, sprengt Definitionen und produziert damit einen neuen Ausdruck.“[10]
↑Sven Helbig: Rammstein - Das Aftershow Special mit Sven Helbig. In: radioeins. Rundfunk Berlin-Brandenburg RBB, 22. Juni 2019, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 26. Juli 2019; abgerufen am 24. September 2019 (Sven Helbig spielt Stücke von Rammstein, bei welchen er beteiligt war und erzählt die Geschichten dazu.).